Die Panamericana mit dem Motorrad, Südamerika

 

Südamerika

 

Quito, Equador, es ist Ende September 2003, das Wetter ist schön aber die Temperaturen liegen nur bei ca. 20°C am Tage, so ist die Fließjacke ab jetzt von ganz unten in der Packtasche nach ganz oben gewandert, wenn nicht gerade angezogen. Der spanische Einfluss bei den Gebäuden war hier größer als in Mittelamerika. So wurde sich die Stadt angesehen bis mein Motorrad hier aus Panama gelandet war. Anschließend ging es zum Äquator, der musste schließlich gequert werden. 

Blick vom Cotopaxi von ca. 5700 müNN

Eine Vulkanbesteigung durfte auch nicht fehlen, wenn schon so viele Vulkane hier rumstehen. So ging es auf den Cotopaxi, nach einer Übernachtung auf 4800 m wurde in der Nacht der Aufstieg mit Steigeisen und Seil begonnen, doch die geringe sportliche Bewegung auf dem Motorrad machte sich bemerkbar. Ich stoppte  den Aufstieg bei einer Höhe von ca. 5800 Metern, aber auch ohne Gipfel, eine geniale Tour. Eine Jungel Tour in die Amazonas Niederungen war super interessant. Piranhas angeln, hoch giftige Schlangen oder Vogelspinnen des Nachts aufspüren, Boot fahren auf kleinen Bächen und Spinnen die genauso schnell übers Wasser laufen können. Leider fand auf dem Rückweg, am Busbahnhof in Quito, mein Tagesrucksack einen neuen Besitzer. So war die neue Kamera mit den Fotos und einige Kleinigkeiten Vergangenheit.

Wüste entlang der Westküste v. Südamerika

Weiter ging es nach Peru, hier beginnt nun die Wüste die sich entlang des Pazifiks bis in den Süden von Chile zieht. Es wurde in die Berge zum Wandern gefahren und wieder an die Küste um die Linien von Nazca sich anzusehen. Hier wurden durch Vorfahren große Figuren in den Sand gekratzt, die man am besten aus der Luft sieht, also ins Propeller Flugzeug und ansehen. 

Schilfinsel mit Hütten

Der Titicacasee machte den Ausklang von Peru. Der Besuch der schwimmenden Schilfinseln mit seinem schwankenden und nachgebenden Schilfuntergrund war schon etwas merkwürdig. Springen oder Gewicht heben sollte man dort nicht machen, ansonsten ist man schnell mal durch das schwimmende Schilf gesackt und hat nicht nur nasse Füße.

Immer nahe am Abgrund entlang

In Bolivien angekommen ging es von La Paz (Welthöchste Hauptstadt, 3500 Meter hoch) mit dem Motorrad, eine der gefährlichsten Straßen der Welt von 4200 Meter bis auf 1200 Meter runter. Über eine schmale einspurige Naturstraße an oftmals senkrecht abfallenden Schluchten mit Kreuzen und Gedenksteinen ging es entlang, von der Kälte in die warme Amazonas Tiefebene (mal wieder etwas wärme tanken). Nach der Rückfahrt von dort, ging es zum Salar de Ujuni, dem Weltgrößten Salzsee. 

Spiegelungen auf dem Salar de Uyuni, Wasser und Himmel verschmelzen

Dieser wie auch die Lagunen mit Flamingos auf ca. 4000 Metern Höhe waren einmalig. Auf dem Salz konnte man fahren, es gibt keine Straßen auf der riesigen weißen Ebene, Richtung Anpeilen und los geht es.

In Chile angekommen ging es an verlassenen oder Bewohnten Bergbausiedlungen vorbei an die Küste und in die Atakama Wüste. Die Wüste wurde nach mehreren Hundert Kilometern Fahrt in Richtung Süden, über den mehr als 4300 Meter hohen Pass de San Francisco in Richtung Argentinien verlassen.

Passo de San Francisco
Patagonien in Argentinien

Dort, da kurz nach der Finanzkrise in Argentinien war alles recht günstig, so wurden sich dann mit Wein und leckeren Steak Buffets einige Kalorien mehr als nötig einverleibt. Schokolade und gute Wurst trugen weiter dazu bei. 

Puorto Moreno Gletscher

Je weiter es nach Süden ging umso kärglicher wurde die Landschaft und ging  in die Patagonische Steppe über. An Wind mangelte es dort dann nicht, so musste immer auf den Schotterstraßen aufgepasst werden, dass eine Windböe einen nicht in den Graben bläst. Das sehenswerte Fiz Roy Felsmassiv brachte eine schöne Abwechslung in die Ebene. Hier wurde noch etwas gewandert bevor es zu dem riesigen Puerto Moreno Gletscher ging. 

Pinguine

Das Kalben des Gletschers mit seiner hohen Abbruchkante und dem Getöse dabei war beeindruckend. Von da bis zum südlichsten Punkt, Feuerland mit der südlichsten Stadt der Welt, Ushuaia war es nicht mehr weit. Die Stadt ist ein freundlicher Ort um ein paar Tage zu verweilen, bevor es Richtung Buonos Aires geht. Auf dem Weg gab es noch Pinguin Kolonien, Seelöwen und einen Versteinerten Wald zu bestaunen, wobei auch etwas Strand zum Baden vorhanden war. In Bounes Aires musste dann das Motorrad in den Container und es wurde sich die durch den spanisch geprägten Baustil schöne Stadt noch etwas angesehen. Und schon ging es nach 45.000 Km und so gut wie keinen Problemen auf der ganzen Strecke nach Hause. 

Beim Reifen flicken, abziehen des Mantels

Keine Probleme mit Polizei, Grenzbeamten, Militär, kein Bestechungsgeld. Am Motorrad gab es wenige Probleme, wobei einige Male Reifen flicken in Argentinien, schon etwas nervend waren. 

Weitere Fotos von Südamerika gibt es hier